KU Leuven auf Deutsch

Vorwort

Rector Mark WaerDie Universität ist eine lebendige Organisation. An erster Stelle ist sie eine Gemeinschaft von StudentInnen, ProfessorInnen und MitarbeiterInnen, die alle in ihrer jeweiligen Domäne an der Wissensentwicklung und –vermittlung in einer Umgebung beteiligt sind, die einer solchen Aufgabe zuträglich ist. Eine Universität leiten heißt, einen Kurs festlegen und eine Wahl treffen. Neben der Konsolidierung des bereits Aufgebauten hat die heutige Universitätsführung in ihrem ersten Arbeitsjahr vor allem der Organisation neuer Initiativen sowie der Setzung eigener Akzente in unterschiedlichen Bereichen besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Einige dieser Initiativen werden im Nachfolgenden kurz erläutert.

Auf menschlicher Ebene wollen wir eine Universität sein, die einen angenehmen und anregenden Arbeitsplatz darstellt. Auf organisatorischer Ebene bauen wir auf der neuen ‚Gruppenstruktur’ weiter, die den Fakultäten und den Forschungseinheiten bzw. den Instituten eine neue Position und  neue Verantwortungen zuweist. Wir bemühen uns weiter um eine spürbare Verbesserung der Unterstützung der sozialen Dienstleistung unserer Universität. Im Bereich der Forschung sowie des akademischen Unterrichts schenken wir wohlüberlegten Entscheidungsprozessen sowie der Verfeinerung der Normen und Methoden, die unsere Universität zu einer maßgebenden wissenschaftlichen Einrichtung machen, erhöhte Aufmerksamkeit. Alle diese Elemente bilden die Basis einer Dynamik, die die Universität bei der Ausführung ihrer zahlreichen Aufgaben erheblich verstärkt.

Die vorliegende bescheidene Broschüre ist notwendigerweise sehr unvollständig. Eine Universität ist eine hochkomplexe Welt, die sich nicht in einigen Seiten ‚erklären’ lässt. Und dazu ist sie ständig in Bewegung. Was wir zeigen, ist eine Anzahl repräsentativer ‚Fakten und Zahlen’. Ich hoffe, dass Sie durch die weitere Lektüre  angeregt werden, selbst auf Erkundung zu gehen und die Menschen, Ideen und Initiativen, die an und in der KU Leuven sowie den Universitätskliniken leben, zu entdecken und kennen zu lernen.

Prof. Dr. Mark Waer
Rektor der KU Leuven

Menschen

An der Universität stehen Menschen zentral. Ohne ‚brains’ gäbe es einfach keine Universität. Die Sorge für Menschen ist deshalb ihr besonderes Anliegen. Dies äußert sich in der Entwicklung einer transparenten Personalpolitik, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Berufsaussichten. Sowohl für das akademische wie für das administrative Personal sind dazu konkrete Schritte unternommen worden.

MenschenIn unserer Personalpolitik bemühen wir uns um die Entwicklung einer erkennbaren Identität für alle MitarbeiterInnen sowie eines Trajekts mit klaren Beförderungsmomenten und –kriterien. Im Entscheidungsprozess bei der Einstellung bzw. der Beförderung von ProfessorInnen werden der Forschungs- und der Lehrauftrag als gleichwertig betrachtet. Für das wissenschaftliche Personal sowie für die ProjektmitarbeiterInnen wurde an dem weiteren Aufbau einer stimulierenden Unterrichts- und Forschungsumgebung gearbeitet.

In der Doktorausbildung kommt allmählich die Entwicklung einer Vielfalt von Kompetenzen zum Tragen, die sich nicht länger auf Forschung und Unterricht beschränken. Zugunsten des administrativen sowie des technischen Personals tritt eine Regelung für die Gruppenversicherung in Kraft. Weiter wird ebenfalls die Laufbahnstruktur verfeinert. Ein wohlerwogener Organisationsentwurf und eine entsprechende Funktionsklassifikation sorgen für eine erhöhte Einsicht in die unterschiedlichen Funktionen und eine korrekte Verbindung zwischen Arbeitsinhalt, Leistungen und Gehalt.

Eine wichtige Zielsetzung ist die Betonung der Diversität und Gleichberechtigung. Wissenschaftliche Forschung und Unterricht sind ja Menschenwerk und gedeihen nur in einer positiven Arbeitsumgebung, die die Kombination eines professionellen Auftrags und eines persönlichen bzw. Familienlebens ermöglicht. Diversität in all ihren Aspekten betrachten wir als einen wesentlichen Mehrwert, der die akademische Kreativität und Innovation in beträchtlicher Weise prägt. In diesem Zusammenhang sei ebenfalls bemerkt, dass sich die Universitätsführung bemüht, die kontraproduktive administrative Überlastung möglichst stark einzugrenzen. Auch die materiellen Vorbedingungen für ein angenehmes Arbeitsklima wurden zum Schwerpunkt erklärt.

Mit insgesamt 16.297 MitarbeiterInnen (8.107 an der Universität und 8.190 in den Universitätskliniken) ist die KU Leuven einer der größten Arbeitgeber in der Region. Im Jahre 2005 zählte die KU Leuven 1.399 ProfessorInnen, 2.748 administrative und technische MitarbeiterInnen sowie 3.960 wissenschaftliche MitarbeiterInnen.

Selbstverständlich hat die Universität ohne Studenten keine Existenzberechtigung. Es gehört zu der Kernmission der Universität, StudentInnen zu kritischen und mündigen Bürgern auszubilden. In dieser Hinsicht bekommt die Beteiligung der StudentInnen an der Universitätsverwaltung eine zusätzliche Dimension.

Am 1. Februar 2006 zählte die KU Leuven insgesamt 31.447 immatrikulierte StudentInnen, unter denen 5.009 ‚GenerationsstudentInnen’, die sich zum ersten Mal für das erste Jahr einer akademischen Ausbildung immatrikulieren ließen. Zirka 55% unserer GenerationsstudentInnen sind Frauen. Am stärksten bevölkert sind die philologische Fakultät, die medizinische Fakultät, die juristische Fakultät und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Zirka 88% der immatrikulierten StudentInnen haben die belgische Nationalität, während 6% eine andere EU-Staatsangehörigkeit hat und die übrigen 6% aus Ländern außerhalb der EU kommen. In der nachfolgenden Tabelle findet man die wichtigsten Herkunftsländer unserer ausländischen StudentInnen:

Niederlande 434 Deutschland 167
China 421 Indien 142
Spanien 214 Italien 142
USA 208 Frankreich 104
Polen 181 Ungarn 81

Die KU Leuven arbeitet im Rahmen der ‚Assoziation KU Leuven’ mit 12 Hochschulen in Flandern zusammen. Die Assoziation K.U.Leuven zählt zirka 70.000 StudentInnen und ist damit die weitaus größte Unterrichtsanstalt in Flandern.

Mit ihren Studenteneinrichtungen will die KU Leuven eine hochqualitative Umgebung für Studium und Leben bieten. Das Studentenamt begleitet StudentInnen in jeder Fase des Studienplans. Im Bereich der Mensen, der Zimmervermittlung, der psycho-medizinisch-sozialen Unterstützung sowie des Rechtsbeistands gibt es Kooperationsabkommen mit den Hochschulen der Assoziation. Nach wie vor schenken wir der integrierten Unterbringung sowie der Unterstützung von StudentInnen mit Behinderungen, wie z.B. physischen und sensorischen Beschränkungen, chronischen Krankheiten, Dyslexie usw. besondere Aufmerksamkeit. Das Job-Center organisiert den Einsatz von fast 1000 Studentenjobs, mit einem Umsatz von fast 2 Millionen Euro pro Jahr.

Die Studenteneinrichtungen tragen weiter zu der demokratischen Zugänglichkeit unserer Universität bei. Gute soziale Einrichtungen, sowohl materielle als auch immaterielle, sind in dieser Hinsicht von ausschlaggebender Bedeutung. Eine Erleichterung des Zustroms von StudentInnen heißt aber nicht, dass das Unterrichtsniveau und die Qualität beeinträchtigt würden.

Die KU Leuven verfügt, in Zusammenarbeit mit der Stadt Leuven, über ein reichhaltiges Angebot an Sport und Kultur, das speziell auf die StudentInnen gerichtet ist. Die sportliche und kulturelle Betätigung ist nicht ohne weiteres von der intellektuellen Bildung zu trennen, sondern strebt nach einer Integration. Dies gilt ebenfalls für die Pfarrgemeinde der Universität, die Spiritualität, Liturgie und religiöse Entwicklung mit der universitären Ausbildung verbindet. Auf diese Weise gestaltet die Pfarrgemeinde mit die christliche Identität unserer Universität.

Anzahl der MitarbeiterInnen (1. Februar 2005), aufgeteilt nach Personalkategorie und Prozentsatz der Beschäftigung (Vollzeitstelle/Teilzeitstelle)
Aufteilung Vollzeitstelle/Teilzeitstelle)

2044 vollzeitlich
6063 teilzeitlich

Anzahl der MiterarbeiterInnen (1. Februar 2005), aufgeteilt nach Personalkategorie und Geschlecht.
Aufteilung nach Geschlecht

3604 Männer
4503 Frauen

  • UniversitätsprofessorInnen
  • akademisches wissenschaftliches Universitätspersonal
  • ‘besonderes’ wissenschaftliches Universitätspersonal (ProjektmitarbeiterInnen, Postdocs, …)
  • Administratives und technisches Personal

Neben den Personalkategorien in der obigen Tabelle hatte die KU Leuven am 1. Februar 2005 weiter noch 264 Doktoratsstipendiaten nicht E.E.R., 19 besondere Emeriti, 15 SportlehrerInnen, 639 freiwillige MitarbeiterInnen und 147 Freiwillige.

Unterricht

Das Wesen der Universität ist die wissenschaftliche Betätigung. Wissen entsteht ja aus der Reflexion und der Forschung. Aber wissenschaftliche Kenntnisse müssen selbstverständlich an neue „Wissensentwickler“ weitergegeben werden. Deshalb bildet der Unterricht den Kern und die Existenzberechtigung der Universität. Ohne StudentInnen, ohne Unterricht, ist eine Universität undenkbar. Es ist genau der Unterricht, der die Universität von Forschungsinstituten unterscheidet.

An der Universität sind Forschung und Unterricht engstens miteinander verbunden. Die wissenschaftliche Forschung bildet den Nährboden des akademischen Unterrichts, und umgekehrt stellt der Unterricht den Prüfstein vollendeter Forschung dar. Eine zentrale Zielsetzung des akademischen Unterrichts ist somit auch, StudentInnen zu lehren, wissenschaftliche Kenntnisse zu konstruieren. Aufgrund gediegener Kenntnisse des eigenen Fachgebiets sowie einer breiteren interdisziplinären Perspektive erwerben StudentInnen eine Forschungshaltung: eine Einsicht in die Weise, in der Forschungsergebnisse zu Stande kommen,  Denkstrategien in der Konfrontation mit Fakten und Daten sowie eine kritisch-wissenschaftliche Haltung. Darüber hinaus integrieren die StudentInnen ihre Ausbildung in eine breitere ethische, kulturelle und soziale Bildung. Dadurch sind sie imstande, selbständig einen relevanten und gut untermauerten Standpunkt zu vertreten, adäquat zu handeln und gesellschaftliche Verantwortungen zu übernehmen.

UnterrichtDie Einführung der Bachelor-Studienprogramme und die Entwicklung der Master-Programme bilden eine ausgezeichnete Gelegenheit, den universitären Unterricht eingehend zu reorganisieren. Jede Lehrveranstaltung wird aufpoliert und die Curricula (d.h. die Studienpläne) werden neuen Einsichten und Bedürfnissen angepasst. Die Flexibilisierung des Unterrichts bietet den StudentInnen neue Möglichkeiten, ihren Studienplan spezifischen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen. Mit diesen Entwicklungen gehen aber auch besondere Herausforderungen an die Unterrichtsorganisation einher. Die elektronische Lernplattform Toledo bietet eine virtuelle Lernumgebung, die es Studierenden und Lehrenden der Universität und der Assoziation erlaubt, auf eine interaktive Weise einen Dialog miteinander zu führen, der den Lernprozess weiter fördert.

Bei der Realisierung ihrer Unterrichtszielsetzungen strebt die KU Leuven eine hohe Qualität an. Interne Evaluierungen sowie externe Visitationen decken die vorhandene Qualität auf und regen zu weiterer  Qualitätsbefolgung und –entwicklung an. Auf diese Weise trägt die KU Leuven zu der Entwicklung eines hochqualitativen flämischen und europäischen Unterrichtsrahmens bei.

Qualitätsgarantie und –entwicklung sind Teil eines dynamischen Prozesses, bei dem neuen Initiativen Raum gegeben werden soll. Die OOI- und OOF-Projekte bieten dazu unterschiedliche Möglichkeiten. Die OOI-Projekte (‚Onderwijsgerichte Ontwikkelings- en Implementatieprojecten’ / Unterrichtsbezogene Entwicklungs- und Implementierungsprojekte), die es bereits seit dem Jahr 1997 gibt, bieten innovativen DozentInnen die Möglichkeit, sich neue Arbeitsformen auszudenken. Das ‚Onderwijsontwikkelingsfonds (OOF; Unterrichtsentwicklungsfonds) fördert Unterrichtsinnovation auf der Ebene der Assoziation. Eine Reihe von Arbeitsgruppen kanalisiert den Enthusiasmus und begleitet die Entwicklung zahlreicher neuer Ideen zu konkreten Ergebnissen. Indem innerhalb der Assoziation KU Leuven Übergangsprogramme ausgearbeitet werden, kann ein flottes Überwechseln zwischen den Programmen der Assoziationspartner garantiert werden.

Die Qualität des Unterrichts gründet grundsätzlich auf der Qualität der Menschen, d.h. der Studierenden und der Lehrenden. Aus diesem Grund gehört es zu den zentralen Zielsetzungen der Verwaltung und der Dienste der Universität, den StudentInnen die Chance zu bieten, ihre Ausbildung selbst mit aufzubauen und den DozentInnen einen reibungslosen Einsatz im akademischen Unterricht zu ermöglichen. Es ist die Aufgabe der Verwaltung, die notwendige Unterstützung und die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Voraussetzungen zu schaffen, die es ermöglichen, den täglichen Unterrichtsprozess in Ruhe und Tiefgang stattfinden zu lassen.

Besonders wertvoll im Unterrichtsangebot der KU Leuven ist  der Campus Kortrijk. Seine eigene Herangehensweise und spezifische Anziehung machen Kortrijk zu einem richtigen Sprungbrett-Campus, dessen geringerer Umfang  durchaus mit einer breiten Universitätsperspektive vereinbar ist. Seine regionale Einbettung lässt sich problemlos mit internationaler Offenheit versöhnen. Die enge Beziehung zwischen Leuven und Kortrijk sorgt für ein fruchtbares Überwechseln von Menschen und Ideen und garantiert auch in der Zukunft eine gesunde Partnerschaft.

Weitere Informationen zum Studium an der KU Leuven

Forschung

ForschungWissenschaftliche Forschung ist die Lebensquelle der Universität, der Nährboden des Unterrichts und die Basis für ihre breitere Dienstleistung. Investieren in hochqualitative Forschung in einem internationalen Forschungskontext ist somit unentbehrlich.

In den vergangenen Jahren haben die Forschungsmittel der flämischen Universitäten erheblich zugenommen. Für die KU Leuven beliefen sich die Forschungsausgaben im Jahre 1996 auf zirka 123 Millionen Euro. Im Jahre 2005 hatte sich diese Zahl mit 230 Millionen Euro fast verdoppelt. Die Zunahme bezieht sich hauptsächlich auf den ‚Besonderen Forschungsfonds’ (BOF), KU Leuven Research & Development und den Fonds für Wissenschaftliche Forschung Flandern (FWO). Die Zunahme wird auch in der Zukunft anhalten, unter anderem dank spezifischer Programme der Flämischen Regierung: das Odysseusprogramm für die Anwerbung ausländischer Forschern mit internationalem Ruf oder mit dem Potential dazu, das Methusalemprogramm, das die Kontinuität in der finanziellen Unterstützung  ausgezeichneter Forscher fördert, und das Herculesprogramm für den Erwerb von hochtechnologischer wissenschaftlicher Apparatur.

Mittlerweile hat in der internen Verteilung der Forschungsmittel eine wichtige Nivellierung stattgefunden. Während die Forschungsgruppen der medizinischen Fakultät, der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, der Ingenieurswissenschaften und der Bio-Ingenieurswissenschaften im Jahre 1996 80% der Forschungsfinanzierung beanspruchten, ist dies im Jahre 2005 auf 65% reduziert. Die Finanzierung der Forschungsgruppen in den human- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten hat in derselben Periode um 100 bis 300 Prozent zugenommen und steigt noch immer (427 Stipendien im Jahre 2005, unter denen 117 für internationale DoktorandInnen).

Während des vergangenen Jahres wurde an einem Kompetenzmodell für DoktorandInnen gearbeitet, in dem die Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich ein Doktorand oder eine Doktorandin im Laufe des Forschungstrajekts erwirbt, um weitere Kompetenzen ergänzt werden, die für eine weitere Laufbahn außerhalb der Universität notwendig sind.

Entwicklung Citation Index Expanded (SCIE) Veröffentlichungen und Dissertationen.

Anzahl der SCIE-Veröffentlichungen pro Jahr: 3000
Anzahl der Dissertationen pro Studienjahr (Sommersemester + Wintersemester): 3300

Ergebnisse

Der Forschungsoutput hat auch im Jahre 2005 erheblich zugenommen. DieKU Leuven liefert mehr als 40% der flämischen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und fast die Hälfte der Zitate in den Fachgebieten, für die ein bibliometrisches System vorhanden ist. Die K.U.Leuven leistet damit beträchtlich mehr als aufgrund ihres Anteils in den flämischen Forschungsgeldern zu erwarten wäre.

In qualitativer Hinsicht ist eine andauernde starke Zunahme der Veröffentlichungen in Zeitschriften wahrnehmbar, die aufgrund des Impaktfaktors zu den besten 10 Prozent ihres Fachgebiets gehören. In den Fachbereichen, in denen darüber hinaus die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in Büchern eine bedeutende Rolle spielt, stellen wir ebenfalls eine erhebliche Zunahme des Impakts der Beiträge fest.

Zusätzliche finanzielle Mittel werden für die Exzellenzfinanzierung eingesetzt. Forschungsgruppen, die zu der akademischen Weltspitze gehören (können), bekommen dazu zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten – ohne dass dadurch andere Teams benachteiligt werden. Qualitativ bessere Veröffentlichungen deuten nicht nur auf eine effizientere Verwendung der Forschungsgelder, sondern stellen auch einen bedeutenden Indikator der Ausstrahlung der KU Leuven dar.

Manche Forschungsprojekte bzw. Sonderforschungsbereiche der KU Leuven sind ebenfalls in einem breiteren Kontext bekannt. Die Ausgrabungen in Sagalassos, die Leuvener Kryptographie, unsere Nanotechnologie, die Stamzellenforschung und die Erbforschung sind nur einige Beispiele der weiteren Sichtbarkeit unserer Universität. Daneben sind auch andere ‚Schwerpunkte’ engstens mit dem Leuvener Forschungsprofil zu verbinden. Es sei zum Beispiel auf unsere ‚Revue d’histoire ecclésiastique’, unsere Rolle in der Thromboseforschung und die Arbeit des Rega-Instituts im Bereich der Virologie hingewiesen. Selbstverständlich sind dies nur einige Beispiele, die zur Veranschaulichung des Profils der KU Leuven dienen.

Eine nicht unwichtige Aktivität unserer Forscher bezieht sich auf die so genannte Akademisierung des Hochschulunterrichts. Forscher der KU Leuven tragen auf diese Weise in den integrierten und assoziierten Fakultäten dazu bei, dass der Hochschulunterricht auf mittlere Sicht stärker untersuchsbasiert wird.

Forschung und Gesellschaft

Forschung und GesellschaftForschung wird nicht nur innerhalb der wissenschaftlichen Welt geschätzt, sondern auch außerhalb der Universität. Im Bereich der Forschungsvalorisierung, d.h. des Transfers der Forschungsergebnisse in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich, erzielt die KU Leuven sehr gute Ergebnisse, insbesondere durch die Arbeit von KU Leuven Research & Development, einer größtenteils selbständigen Einrichtung. KU Leuven R&D hat bereits die Gründung und Betreuung von insgesamt mehr als 60 Spin-Offs, die Verwaltung eines beeindruckenden Patentportfolios sowie im allgemeinen einen direkteren Kontakt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft realisiert.

Die Universität widmet innovativer wissenschaftlicher Forschung mit einer spezifischen wirtschaftlichen Zweckverfolgung besondere Aufmerksamkeit. Ab 2006 wurde dazu der ‚Industrieel Onderzoeksfonds’ (IOF; Industrieller Forschungsfonds) ausgebaut, der die Rückkopplung von Forschungsergebnissen in den wirtschaftlichen Bereich fördert.

Die Beteiligung Leuvener Forscher an der gesellschaftlichen Debatte lässt sich vielleicht nur schwer in quantitativen Daten ausdrücken, aber die Universität regt die ProfessorInnen und wissenschaftliche MitarbeiterInnen an, intensiv an dieser Debatte teilzunehmen, und zeigt sich dafür erkenntlich.

Herausforderungen

CampusDie KU Leuven steht, genau wie die anderen flämischen Universitäten, vor einigen besonderen Herausforderungen, die aus der relativ beschränkten und nur leicht gestiegenen Grundfinanzierung hervorgehen, mit der das akademische Personal, die Wirkung und die Infrastruktur bezahlt werden. Positiv ist zwar, dass die Forschungsfinanzierung stark zugenommen hat, aber die wissenschaftliche Betreuung der Projekte und  der  MitarbeiterInnen muss nach wie vor mit einem relativ beschränkten, nicht zunehmenden akademischen Kader realisiert werden. Darüber hinaus nimmt der Raum- und Ausrüstungsbedarf ständig zu. Dieses brennende Problem ist ohne ein substantielles Engagement der Behörden nicht ohne weiteres zu lösen. Deshalb wird dem neuen Finanzierungsmodell, das die flämische Regierung vor kurzem genehmigt hat und das die heutige Lage beträchtlich verbessern dürfte, sehnsüchtig entgegengesehen.

Ein Großteil der maßgeblichen Forschung in den exakten und biomedizinischen Wissenschaften, aber auch in einigen Domänen der Humanwissenschaften, erfordert darüber hinaus große infrastrukturelle Investierungen für die oft besonders teuere und hochtechnologische Apparatur. In diesem Bereich werden besondere Anstrengungen unternommen, insbesondere mittels einer beträchtlichen Subventionierung durch die flämischen Behörden.

Mit flexiblen Kooperationsstrukturen, sowohl universitätsintern als auch mit anderen Universitäten im In- und Ausland, versucht die K.U.Leuven die Forschungsdynamik zu konsolidieren und die Effizienz infrastruktureller Investierungen weiter zu fördern. Für die Human- und Geisteswissenschaften sowie für einige Forschungsbereiche in den exakten und biomedizinischen Wissenschaften liegt ein großes Bedürfnis nach zusätzlichen Mitteln für den Aufbau spezialisierter (elektronischer) Fachbibliotheken vor, die als Forschungslabor für Forscher und StudentInnen dienen.

Unabhängig von den direkten Forschungsbedürfnissen wurden wichtige infrastrukturelle Initiativen realisiert, die nicht nur der Universität, sondern auch der Stadt Leuven zugute kommen. Nach wie vor liegen jedoch große Herausforderungen in Bezug auf die Instandhaltung bzw. die Renovierung unserer häufig historischen Universitätsgebäude vor, die nicht immer den Bedürfnissen der heutigen Lehre und Forschung entsprechen.

Einnahmen 1992-1998-2004-2005 

Millionen Euro

96 Eigene Finanzierungsquellen und Dienstleistung
199 Forschung
239 Basisfinanzierung der Behörden
14 Einkünfte vor Überweisung an Dritte

International

Moderne Universitäten denken international. Die KU Leuven betont ihr internationales Profil auf unterschiedlichen Ebenen. Sie ist ein begeistertes Mitglied der LERU (League of European Research Universities, gegründet im Jahr 2002), der Organisation der europäischen Forschungsuniversitäten, in der sie als einziges belgisches Mitglied vertreten ist. Weiter ist die KU Leuven besonders aktiv in der 1985 gegründeten Coimbra-Gruppe, einer Arbeitsgemeinschaft europäischer  ‚breiter’ Universitäten mit einem hohen internationalen Standard.

Die eigenen StudentInnen machen intensiv von den Sokrates- und Erasmusprogrammen Gebrauch, mit denen sie einen Teil ihrer Ausbildung an ausländischen europäischen Universitäten absolvieren können.
Ausländische Forscher werden angeworben und bei den eigenen Forschern wird ein längerer Auslandaufenthalt in verstärktem Maße gefördert. ‚Brain Mobility’ steht somit im Mittelpunkt unserer akademischen Politik.

Zahlreiche Kooperationsverträge und eine prominente Anwesenheit in dem konkurrenzbetonten europäischen Unterrichts- und Forschungskontext unterstreichen den Wert, den wir auf die internationale Dimension unserer Universität legen.

Die KU Leuven ist weiter stark an der Zusammenarbeit mit Universitäten im Süden und insbesondere mit Universitäten der ärmsten Länder beteiligt. Individuelle Professoren aller Fakultäten sind in dieser Kooperation engagiert. Insbesondere seien hier die grundlegenden Forschungsaktivitäten erwähnt, die von Forschungsteams der psychologischen und pädagogischen Fakultät, der Bio-Ingenieurswissenschaften, der medizinischen Fakultät und der pharmazeutischen Wissenschaften im Süden organisiert werden. Auf diese Weise trägt unsere Universität zum Aufbau des lebenswichtigen Nord-Süd-Dialogs sowie zu einer intensiven internationalen Zusammenarbeit bei.

Die wachsende Zusammenarbeit mit unserer Schwesteruniversität Université Catholique de Louvain (UCL) bietet ebenfalls Möglichkeiten für eine stärkere internationale Profilierung der Forschung und des Unterrichts der beiden Institutionen.

Universitätskliniken

‚Nach Leuven gehen’ ist für viele Flamen etweder gleichbedeutend mit ‚an der Uni studieren’ oder aber ‚zum besten Krankenhaus des Landes gehen’. Durch ein modernes Management, eine Konzentration hochqualifizierter Ärzte sowie den begeisterten Einsatz des klinischen und Pflegepersonals gehören unsere Universitätskliniken zur europäischen Spitze. Das Großunternehmen, das die Universitätskliniken darstellen, ist aber nicht unvereinbar mit einer warm-menschlichen Umgebung.

UniversitätsklinikenDie Universitätskliniken machen sich sehr Verschiedenes zur Aufgabe. Sie sind das regionale Krankenhaus für Leuven und Umgebung, aber daneben haben sie ebenfalls eine Schlüsselfunktion in der Drittlinienbehandlung, d.h. der schweren Pathologie. Weiter sind die Kliniken unentbehrlich in der Ausbildung unserer künftigen Ärzte und Spezialisten und bieten ein wichtiges Forum für wissenschaftliche und klinisch-wissenschaftliche Forschung. Diese unterschiedlichen Funktionen, die unsere Universitätskliniken von anderen unterscheidet, werden derzeit nur in beschränktem Maße durch das Finanzierungssystem der flämischen Behörden gewürdigt.

Solide Kooperationsvereinbarungen mit externen Krankenhäusern im Krankenhausnetzwerk, wenn auch unentbehrlich, vermögen dem Problem einer ungenügenden Subventionierung nur zum Teil engegenzuwirken.

Universität und Umland

Die KU Leuven stellt für die Stadt Leuven und deren Umland einen wichtigen Partner und Arbeitgeber dar. Außerdem sorgen die vielen in Leuven wohnenden StudentInnen für einen erheblichen Teil des Umsatzes der lokalen Wirtschaft. Die ständige Zunahme forschungsbasierter Betriebe in der Umgebung von Leuven bietet einen beträchtlichen Mehrwert und kurbelt die lokale Wirtschaft mit einigen tausend Stellen weiter an.

Die Universität und ihre Gemeinschaft machen Leuven zu einer Stadt mit einer einmaligen Atmosphäre und einer stark ausgeprägten internationalen Ausstrahlung. Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität veranschaulicht das gegenseitige Interesse und fördert die Entwicklung der beiden Partner.

Ähnlich integriert sich auch der Campus Kortrijk in die Initiativen der Stadt Kortrijk und der Provinz West-Flandern. Hier sei insbesondere die Entwicklung des Eurodistrikts erwähnt, der sich im Bereich Lille (Rijsel) und Kortrijk/Doornik entwickelt.

Dienst Communicatie
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